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Eine Bauweise - zwei Konstruktionsarten

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten mit Strohballen Häuser zu bauen. Grundsätzlich werden hierbei die Lasttragenden (auf Basis der traditionellen Vorläufer) von den Nicht-Lasttragenden unterschieden.

Lasttragende Konstruktionsart

Bei der lasttragenden Konstruktionsart, die sich sich aus der historischen Bauweise entwickelt hat ("nebraska-style"), übernehmen die Strohballen alle vertikalen Lasten.

In der Regel sind dies die Dachlasten, manchmal aber auch Lasten aus der Geschossdecke.

Anfänglich wurden innerhalb der Wand ('interieur pinning') Stangen aus Stahl, Bambus, Holz, o.ä. im Fundament verankert und die Strohballen daraufgespießt, um dieser während der Bauzeit Stabilität zu verleihen. Inzwischen setzt sich das Anbringen von Holzlatten und Bambusstangen auf den Aussenseiten der Strohballen durch, da diese Anordnung eher die tatsächliche auftretenden Lasten aufnimmt. 

Hat die Wand gewünschte Höhe erreicht, wird obenauf ein so genannter Ringanker gelegt. Das ist meist eine stabile Holzbox oder starke Holzlattung, die für zusätzliche Stabilität gegen das Fundament verspannt wird. Dadurch wird ein Absenken vorweggenommen und eine ebene Fläche gebildet, die die Last des Daches gleichmäßig auf die Wand verteilt. Die Verspannung kann mit Gewindestangen und Muttern oder aber mit Spannseilen erfolgen, die über den Ringanker gelegt werden.

Fixe Strukturelemente wie Fenster- oder Türrahmen lassen sich nicht komprimieren, daher müssen oberhalb oder unterhalb vin ihnen Zwischenräume gelassen werden.

Die Wände werden nach abgeschlossener Setzung (4-8 Wochen) verputzt. Der Putz trägt weitgehend zur Horizontalaussteifung des Gebäudes bei.

Lasttragende Strohballenbauten benötigen in der Regel eine Genehmigung im Einzelfall.

Holzständerkonstruktionen/Holzrahmenbauweise

In Strohballen-Ständerkonstruktionen übernehmen Strohballen keine tragende Funktion, sondern werden als wandbildender Dämmstoff eingesetzt.

Die vertikalen Lasten aus  Dachkonstruktion oder Geschossdecken werden bei dieser Bauart durch das Ständerwerk aufgenommen. Die Strohballen bilden den Raumabschluss als Ausfachung zwischen den Ständern. 

Ein großer Vorteil dieser Bauweise liegt darin, daß das Dach des Bauwerkes bereits vor dem Einbringen der sehr Feuchteempfindlichen Strohballen als Wetterschutz eingerichtet werden kann.

Für die Verwendung von Baustrohballen als Wärmedämmstoff gibt es eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung, bei deren Einhaltung eine Baugenehmigung in der Regel ohne besondere Schwierigkeiten erteilt wird.

Oberflächen

Bei beiden Konstruktionsarten kann der Putz direkt in die Oberfläche der Strohballen eingearbeitet oder auf einen an den Strohballen befestigten Putzträger aufgebracht werden.

In einigen Ländern setzt sich inzwischen die Verwendung von Strohballen als reiner Dämmstoff durch. Hierbei wird ein Ständerwerk im Strohballenabstand hergestellt, dieses wird mit den Ballen ausgefacht und anschliessend mit Holzwerkstoffplatten oder Brettern verkleidet. Der Strohballen wird so allerdings um sein raumbildendes Potential auf den Dämmstoff reduziert.

Risiken aus Schlagwetter, Dampfdiffusion  sollen durch Verwendung erprobter Bekleidungsvarianten ausgeschaltet werden. Inwieweit die vermutete höhere Gefährdung der Strohballen in der Praxis wirklich zu Schäden führt, wenn sie direkt verputzt dem Wetter ausgesetzt sind, werden die nächsten Jahre zeigen - wobei die jahrzehntenlangen Erfahrungen aus dem Ausland eigentlich jetzt schon beweisen, das direkte verputzte Wände "Ewigkeiten" halten können.
 
 
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