Strohbau-Projekte

Wohnhaus Schier – BÖSEL-LÜCHOW I

Eckdaten

Ort:Bösel-Lüchow Fertigstellung:2004 Bauweise:Holztragwerk Entwurf & Planung:Dipl. Arch. Dirk Scharmer Baukosten:220000,- €
Eigenleistung:niedrigBesichtigung:Nein Pressebilder:Nein
Überbaute Fläche:158m2 Energiestandard:50kWh/m2a Haustechnik:Jahres-Heizwärmebedarf: 35,35 kWh/m²a; Jahres-Primärenergiebedarf: 18,28 kWh/m²a; Transmissionswärmeverlust: 0,25 W/m²K; Heizung: Das Gebäude wird über eine Holzpelletsheizung und eine 5 m2 Solaranlage mit Wärme versorgt. Kategorien: Holzständerbau, Strohballenbau DE,

BAUPROZESS

1,5-geschossiges Wohnhaus in verputzter Strohballen-Ständerbauweise. Konstruktion: Holzstiele in der Wand integriert, d= 45-50 cm Dachneigung 25 Grad Aussteifung durch Streben in Gebäudedecken.

HERSTELLUNG Ende Mai 2003 wurde mit den Arbeiten begonnen. Die Gründung des Gebäudes besteht aus Streifenfundamenten und einer unbewehrten Betonsohlplatte. Darauf wurden Lärchenschwellen verlegt, die als Auflager für die Strohballen und das Holzständerwerk dienen. Die Aussenwände bestehen aus Holzständern mit Querschnitten zwischen 12/12 cm und 12/22 cm. Als oberer Wandabschluss dienen Holzbalken (Wandrähme) im Querschnitt 12/24 cm. Die Strohballen wurden im Verband Innenkante bündig zwischen die Holzständer gemauert. Auf Basis des gültigen bauaufsichtlichen Prüfzeugnisses wurden im Abstand von 1 m horizontale Brettriegel in die Lagerfugen der Strohballen eingelegt. Diese Brettriegel sorgen für die Anbindung der Strohballenwand an den Holzständern (Windlasten!). Die an den Brettriegeln angebrachte Profilanker sind vertikal verschieblich über Halfenschienen- Kurzstücke mit den Ständern verbunden. Die Horizontalaussteifung des Gebäudes erfolgt über zimmermansmäßig angeschlossene Streben, die nachträglich in die Strohballenwand eingeschnitten werden. Sie verlaufen in Wandfeldern, in denen keine Fenster vorgesehen sind, diagonal von einem Ständerfuss zum anderen Ständerkopf. Die Geschossdecke und die Dachinnenseite ist mit Hilfe von Sterling- OSB-Platten als Scheibe ausgebildet, damit Horizontalkräfte gleichmäßig über die Streben in den Baugrund abgeleitet werden können. Strohballen sind in Aussenwänden und im Dach eingesetzt. In den Aussenwänden wurden die Ballen nach dem Einbau auf eine definierte Höhe vorkomprimiert (mit Hilfe von Wagenhebern, LKW-Spanngurten, und versuchsweise auch mit einem Gabelstapler). Die Höhen der Holzkonstruktion wurde im Vorfeld auf die komprimierte Höhe der Strohballen abgestimmt, so dass nur volle Ballenhöhen eingesetzt werden konnten. Nach dem Ausrichten und Frisieren der fertigen Strohballenwände wurde diese mehrlagig mit sehr strohfaserhaltigen Lehmputz versehen (d=3-5 cm). Außen wurde zusätzlich ein 1,5 cm starker spezieller Kalkputz aufgetragen, bzw. teiweise mit Deckenleistenschalung verkleidet. Es wurden beschichtete Lärchenholzfenster IV68 mit einer Wärmeschutzverglasung (U-Wert: 1,1) eingesetzt. Das Gebäude wird über eine Holzpelletsheizung und eine 5 m2 Solaranlage mit Wärme versorgt.

BAUBESCHREIBUNG

Gründung/UG
Beton Streifenfundamente, unbewehrte Sohlplatte; Fußboden: Zellulose-Dämmung, Hobeldiele und Fliesen.

Wandaufbau
Aussenausbau: Holzständer im Abstand von 1,5- 3,5 m, horizontale Brettriegel im Abstand von 1 m, dazwischen Strohballen (halbe Großballen 50×42,5×1,1-1,8 hxbxl), Innen Lehmputz 5 cm, Außen Lehmputz 3 cm, Lehmputze sehr stark faserhaltig; Innenausbau: Innenwände aus 10cm starken Strohlehm- Fertigelementen (Fa. Karphosit). Anschließend Lehmputz d=1,5 cm . Feuchteschutz: Dampfdiffussionsgefälle nach aussen, Luftdichtigkeit durch Rissevermeidung und Abklebung der Anschlüsse, Vermeidung von Durchdringungen; Wetterschutz: spezieller Kalkputz auf Lehmputz Außen, teilweise Holzverschalung.

Dachkonstruktion
Pfettendach mit Strohballen gedämmt, Sparren als Hohlkastenträger (Innen Flachsdämmung) in Strohballenhöhe (d=46 cm) ausgebildet. Tondachziegel